DORIS GERCKE: DIE NACHT IST VORGEDRUNGEN



DATUM: Di. 14. September 2021

BEGINN: 20:00 Uhr
ORT: TTZ Marburg
EINTRITT: Frei! Um eine Spende wird gebeten. Diese kommt dem Frauenhaus Marburg zugute.

 

Lesung und Gespräch mit Autorin Doris Gercke und Verlegerin Else Laudan

Hinsehen, wenn niemand wissen will

Die Berichterstatterin wahrt gern ein wenig Distanz. Erst der plötzliche Tod eines Fotojournalisten verlangt ihr eine intimere Rückschau ab. Sie durchforstet ihre Erinnerung, rekapituliert die gemeinsamen Taten. Ganz klar ist sein Tod ein Mord. Nur wer profitiert davon? Und will sie dieses Gelände wirklich betreten?

Karla Böhm fischt im Netz ihres Lebens und sichtet das Inventar ihrer Bekanntschaft mit Franz alias Heiner Kugler. Sie  waren mal ein gefragtes Text-und-Bild-Team. Erlebten dann den Niedergang des investigativen Qualitätsjournalismus, ohne sich korrumpieren zu lassen. Oder war das bloß Augenwischerei? Nach dem Ende des Kalten Krieges fuhren sie wissbegierig nach Moskau, stießen dort auf Muster, die sich andernorts wiederholten. Die sich immer noch wiederholen. Aber was nützt hinsehen, wenn niemand wissen will?

Doris Gercke, nüchterne und schonungslose Chronistin im Spannungsgenre, fräst sich hier durch die letzten Jahrzehnte und fängt wie nebenbei Schieflagen und Lügen ein, die bis heute unsere Wahrnehmung von West und Ost, Männern und Frauen, Sieg und Niederlage, Vergangenheit und Gegenwart färben.

»Spannende Reise durch mehrere Jahrzehnte deutscher Zeitgeschichte. Kantig, Genrekonventionen ignorierend, wunderbar.« Die Presse

Mitveranstalter: Kulturelle Aktion Marburg e.V., Rosa Luxemburg e.V.

Reservierungen unter: info@terzo-pr.de

 

Doris Gercke

Doris Gercke, 1937 in Greifswald geboren, lebte schon mehrere ­Leben (Tochter einer Arbeiter­familie, Beamtin, Hausfrau und Mutter, Begabtenabiturientin und Jura­studentin), ehe sie sich ab 1988 der politischen Kriminalliteratur ­zuwandte. Als Schöpferin einer international berühmten unan­gepassten Ermittlerin schrieb sie Literaturgeschichte, beließ es aber nicht dabei. Sie verfasste zahlreiche weitere Geschichten und Romane, sägte mit ihrem düsteren kritischen Realismus an der Erzählhoheit im Genre. »Für mich ist Krimi eine Kunstform. Kunst hat etwas mit ­Abbildung von Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit zu tun. Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn.« Doris Gercke lebt in Hamburg.

(https://argument.de/produkt/die-nacht-ist-vorgedrungen/)

Foto: Doris Gerke © Deff Westerkamp

Foto: Doris Gerke © Deff Westerkamp

Else Laudan

Ich bin Else, seit 1988 als hartnäckige Feministin und Ariadne-Lektorin/Verlegerin unterwegs in der Kultur rund um den Krimi. Schlechte Schreibe, Leser/innenverarschung und die meisten sozialen Verhältnisse auf diesem Planeten finde ich kriminell. Natürlich diskutiere ich mit Begeisterung unser Projekt Ariadne: Bücher, Geschichte, Idee, Autorinnen, Label und Anspruch, alles. Krimis an sich faszinieren mich, und ich kommentiere alles gern.

(https://herlandnews.com/author/laudan/)

Foto: Else Laudan © Privat

Foto: Else Laudan © Privat